01. Juli 2010 Diabeteszentrum Wetterau wählt neuen Vorstand
Bei der Vollversammlung des Diabetes-Zentrum Wetterau (DZW) wurde Herr Prof. Dr. med. Andreas Hamann, Chefarzt der Diabetes-Klinik Bad Nauheim und niedergelassener Diabetologe, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Herr Dr. Michael Linn, Arzt für Allgemeinmedizin in Wöllstadt. Zur neuen Schatzmeisterin wurde Frau Marina Möser, Diabetesberaterin DDG aus Bad Nauheim, gewählt. Pressesprecher bleibt Herr Dr. Jörn Kuntsche, Chefarzt der Abteilung für Geriatrie am Bürgerhospital Friedberg. Der bisherige Vorsitzende des DZW, Herr Dr. Bernt Kampmann vom Bürgerhospital Friedberg übernimmt künftig die Aufgabe als Pressesprecher im Vorstand des DZW. Der neue Vorstand wird demnächst die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte der Region Wetterau über zukünftige neue Aktivitäten im Rahmen der Schulung von Patienten mit Diabetes sowie der diabetologischen Fort- und Weiterbildung informieren.
diabetesDE fordert: Hände weg von den DMPs 21. Juni 2010 Berlin
Geplante Einsparungen würden höhere Kosten im Gesundheitssystem bedeuten
Im Rahmen der Einsparungen im Gesundheitswesen wird Medienberichterstattungen zufolge offensichtlich auch die Abschaffung der DMP-Schulungen für chronisch Kranke in Erwägung gezogen. Die Disease-Management-Programme (DMP) - strukturierte Behandlungsprogramme für chronische Erkrankte – wurden im Dezember 2001 mit dem Gesetz zur Reform des Risikostrukturausgleichs in der gesetzlichen Krankenversicherung eingeführt. Insbesondere den über 7 Mio. Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 und 1 wurde somit ermöglicht, neben einer Patienten-Schulung an einem langfristig angelegten Behandlungsprogramm teilzunehmen, das regelmäßige Kontrolluntersuchungen anbietet. diabetesDE weist zusammen mit Berufsverbänden darauf hin, dass die Abschaffung der DMPs eine eklatante Verschlechterung der Versorgungs- und Lebenssituation der Menschen mit Diabetes bedeuten würde.
Laut eines Berichts im "Kölner Stadtanzeiger" vom 20.6. 2010 sieht das Einsparungsprogramm der Bundesregierung folgendes vor: "Die Kassen sollen Schulungen für chronisch kranke Patienten einstellen und dadurch 300 Millionen Euro sparen (...)". Dies nimmt diabetesDE zum Anlass, um auf gesundheitliche und ökonomische Gefahren dieser Überlegung hinzuweisen. "Es ist eine reine Milchmädchenrechnung, eine Einsparung durch die Abschaffung der DMPs erreichen zu wollen. Aus fehlender Schulungen und schlechterer Behandlung sich entwickelnde Folgeerkrankungen des Diabetes kosten das Gesundheitssystem langfristig viel mehr Geld, als sich kurzfristig einsparen ließe.", warnt Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE und Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft.
Und Dr. Hans-Martin Reuter, Vorstand diabetesDE und 2. Vorsitzender des Bundesverbandes der Niedergelassenen Diabetologen (BVND) ergänzt: "DMP-Patienten leben länger, weil wir gesundheitliche Komplikationen durch die regelmäßigen Untersuchungen schneller erkennen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden durch bessere Blutzucker- und Bluttdruckwerte verringert und Folgeschäden wie das "Diabetische Fußsyndrom" vermieden. Wie viel ist ein Menschenleben im Gesundheitswesen noch wert, wenn wir daran sparen wollen?"
Erst kürzlich veröffentlichte die DAK eine aktuelle Studie , die belegt, dass sich das Herzinfarkt-Risiko bei Diabetikern nach drei Jahren im DMP halbiert. Dass vor allem ältere Menschen von der strukturierten Behandlung profitieren, und mehr Lebensqualität erfahren, macht eine Evaluation der AOK über ihre DMP-Programme deutlich.
Der Kritik von diabetesDE, der DDG und dem BVND schloss sich auch der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) an.
"Menschen mit Diabetes lernen bei uns in den DMP-Schulungen von Blutzuckermessen über Insulininjektionen bis hin zu Ernährungsumstellung und Bewegungsberatung alles, womit sie ihren Alltag mit der Krankheit positiv bewältigen können. Sollten diese Schulungen nicht mehr finanziert werden, droht uns ein massiver Anstieg von Sekundärkrankheiten.", kommentiert Evelyn Drobinski, Vorstandsvorsitzendes des VDBD.
Quelle: http://www.diabetesde.org/presse/pressemitteilungen/detail/artikel/diabetesde-fordert-haende-weg-von-den-dmps/
23. Juni 2010 Volkskrankheiten Übergewicht und Diabetes: Chirurgische Therapie eröffnet Wege für effektive und nachhaltige Behandlung Neu gegründete Expertengruppe aus Medizinern verschiedener Fachrichtungen fordert bessere Patientenversorgung zur Therapie von Übergewicht und Diabetes Die nachhaltig effektivsten Methoden, das Gewicht adipöser Patienten zu senken, sind Magenoperationen. Oft haben die Eingriffe auch positive Auswirkung auf die mit dem krankhaften Übergewicht einhergehenden Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2. Um die Vorteile der chirurgischen Therapie zu betrachten und zu bewerten und um den interdisziplinären Austausch über die Effekte für die Diabetes-Behandlung zu fördern, haben sich in Frankfurt am Main führende Mediziner zur interdisziplinären "Expertengruppe Metabolische Chirurgie" zusammengeschlossen. Gemeinsam fordern sie eine bessere Versorgung morbid adipöser Patienten und adipöser Diabetiker ein. Sie wollen die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen vorantreiben und setzen sich für die Finanzierung der nicht-chirurgischen Therapieabschnitte ein. Die stete Zunahme von krankhaftem Übergewicht und Diabetes in Deutschland stellt eine enorme Belastung für die betroffenen Patienten und das Gesundheitssystem dar. Chirurgische Verfahren zur Therapie der krankhaften Fettleibigkeit haben sich als effektive Behandlungsmöglichkeiten erwiesen, die nicht nur zur Gewichtsreduktion führen. Meist haben sie positive Auswirkung auf die mit dem Übergewicht einhergehenden Begleiterkrankungen. Bei bis zu 80% der Diabetiker führen die chirurgischen Eingriffe zu einer sofortigen Verbesserung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, ohne dass ein direkter Zusammenhang zur Gewichtsabnahme erkennbar ist. Um zum Verständnis der Einsatzgebiete und Methoden der chirurgischen Therapie bei krankhaftem Übergewicht beizutragen, haben sich in Frankfurt am Main führende Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen - Diabetologen, Chirurgen, Endokrinologen und Ernährungswissenschaftler - zur "Expertengruppe Metabolische Chirurgie" zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie den interdisziplinären Austausch zu den so genannten positiven "metabolischen Effekten" auf Diabetes vorantreiben und Neuentwicklungen, Risiken und Alternativen betrachten und bewerten. "Wir möchten die Akzeptanz der Adipositas-Chirurgie im vertragsärztlichen Bereich, bei Krankenkassen und bei der Gesundheitspolitik durch Aufklärungsarbeit steigern", sagt Prof. Dr. med. Andreas Hamann, Endokrinologie an der Diabetes-Klinik Bad Nauheim. Die Expertengruppe setzt sich für die Anerkennung der morbiden Adipositas als chronische Krankheit ein und fordert eine Entstigmatisierung der Betroffenen. Prof. Dr. med. Rudolf Weiner, Chirurg am Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt sagt: "Wir verstehen den chirurgischen Eingriff als ein Modul in einem langfristig angelegten Therapiepfad zur Behandlung der chronischen Erkrankung der morbiden Adipositas." Um den Therapieweg zu beschreiten, ist eine gute Vernetzung von Hausärzten, Diabetologen, Ernährungsmedizinern und Chirurgen notwendig. Doch nicht alle erforderlichen konservativen Therapiemodule vor und nach der Operation sind derzeit finanziell abgesichert. "Trotz der in vielen Studien belegten positiven Auswirkungen der chirurgischen Therapie auf Gewicht und Begleiterkrankungen ist der Zugang zur Behandlung für viele Patienten verschlossen", berichtet Prof. Weiner. Der Austausch über verschiedene ärztliche Disziplinen hinweg soll sicherstellen, dass präventive Maßnahmen sowie prä- und postoperative Strukturen im Gesundheitssystem geschaffen werden, die die nachhaltigen Erfolge chirurgischer Eingriffe gewährleisten und eine größtmögliche Lebensqualität für die Patienten herstellen.
Die Gründungsmitglieder der Expertengruppe sind (in alphabetischer Reihenfolge):
- Prof. Dr. med. Andreas Hamann, Diabetes-Klinik Bad Nauheim GmbH, Bad Nauheim
- PD Dr. med. Thomas Hüttl, Chirurgische Klinik München-Bogenhausen, München
- Prof. Dr. med. Andreas F. H. Pfeiffer und PD Dr. med. Matthias Möhlig, Abteilung für Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin, Charité, Berlin
- Prof. Dr. med. Christoph Rosak, Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt
- Dr. med. Matthias Schlensak, Alfried Krupp Krankenhaus Steele, Essen
- Dr. med. Jörg Simon, Diabetologische Schwerpunktpraxis, Fulda
- Prof. Dr. med. Rudolf Weiner, Abteilung für Chirurgie, Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt
In regelmäßigen Sitzungen definiert die "Expertengruppe Metabolische Chirurgie" gemeinsame Projekte und erarbeitet Faktenblätter sowie praxisnahe Behandlungsleitfäden zum Themenkreis, die niedergelassenen Ärzten als Entscheidungshilfe und Unterstützung bei der Begleitbehandlung dienen sollen. Darüber hinaus bieten die Experten für Ärzte und Diätassistenten Trainings zum Themenfeld an.
Die Expertengruppe ist der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) angegliedert und kooperiert mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und diabetesDE sowie mit der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Die Informationen der Expertengruppe und eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme sind auf der Internetseite www.expertengruppe-mbc.de zu finden.
|